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Auf großen Segelschiffen wie der Nobile gibt es von A wie Anker hieven bis Z wie Zeisinge spleißen eine Menge zu tun.

Danny auf dem Klüverbaum

Obwohl unter Deck modernste Navigationselektronik und auch andere Annehmlichkeiten (warme Duschen!) eingezogen sind, geht es an Deck noch sehr traditionell zu. Unsere seefahrenden Vorfahren haben eine Menge ausgeklügelter Techniken entwickelt, die über die Jahrzehnte zum Teil verloren gegangen sind. Auf der Nobile leben diese noch heute weiter und werden von der Stammcrew an die Trainees weitergegeben.

Wer einen Törn mitfährt lernt als erstes den Umgang mit den Segeln. Das ist wichtig, da im Manöver jede Hand gebraucht wird. Wer möchte, kann auch traditionelle Seemannschaft wie z.B. Knoten und spleißen lernen.

Damit alles gut funktioniert, gibt es verschiedene Positionen und Aufgaben innerhalb der Stammcrew. Diese werden nun kurz beschrieben:

Gemeinsames Studium der Seekarte

Der Kapitän ist in der Regel ein Profi aus der Berufsschifffahrt. Er weiß alles über Navigation, Sicherheit, Vorschriften, usw. Er kümmert sich um die Routenplanung und hat die Wetterlage im Kopf. Er ist ein zentraler Ansprechpartner und hat daher auch eine Art Reiseleiterfunktion.

Der Steuermann /-frau ist nicht der, der das Schiff gerade steuert, sondern der Vertreter des Kapitäns in nautischen Angelegenheiten. Wenn wir lange segeln, wechseln sich Steuermann und Kapitän mit der Brückenwache ab.

Die bzw. der MaschinistIn kümmert sich um die Antriebsanlage und alle Klempnerarbeiten, wie Heizung und Duschen. Maschinisten wissen alles über die Dieselmotoren, den Generator, das Lösch- und Lenzsystem... Im Winter führen sie alle Wartungsarbeiten aus.

Jojo am Fernglas

Der Toppsgast ist ein sehr erfahrenes Stammcrewmitglied. Er organisiert die Arbeit der Crew, da er sämtliche Abläufe und Manöver sehr gut kennt. Seine Aufgabe ist es, dieses Wissen weiter zu geben. Ist er erfolgreich, kann die Crew zum Ende der Reise die Segel ohne ihn bedienen.

Deckshands kennen alle benötigten Handgriffe und zeigen diese den Trainees.

Die gesamte Stammcrew kümmert sich das ganze Jahr über um die Instandhaltung. Interessierte Trainees haben die Möglichkeit, dabei mit zu helfen und so eine Menge über traditionelle Seemannschaft zu erfahren.

Und wie werde ich nun Mitglied der Stammcrew?

Die Aus- und Weiterbildung erfolgt kontinuierlich. Auf jedem Törn kann man eine Menge lernen! Viele Stammcrewmitglieder sind selbst als Trainee mitgefahren und danach noch eine Weile als "Azubi" an Bord geblieben. Diese Möglichkeit besteht, wenn auf einem Törn kurzfristig noch Kojen frei sind. Der Azubi zahlt nur einen Verpflegungssatz und wird während der Törns intensiv weiter ausgebildet.

Jojo und Ernst im Rigg

Für diejenigen die langfristiger planen müssen findet ein bis zweimal im Jahr ein spezieller Ausbildungstörn statt. Dann werden besonders viele Manöver geübt und es gibt verstärkt theoretische Einheiten. Diese Törns werden nur für Leute angeboten, die Stammcrew werden wollen. Die Termine werden im April festgelegt. Wenn ihr Interesse habt, dann meldet euch so früh wie möglich, damit wir evtl. mehrere AB-Törns anbieten können.

Auch im Winter, in der Werftzeit, gibt es Ausbildungswochenenden. Dort kann man traditionelles Seehandwerk lernen. Die Stammcrew organisiert im Winter außerdem Ausbildungsseminare zu Themen wie Sicherheit oder Maschine. Hier geben die Erfahrenen in überschaubarer Runde ihr Wissen bei Kaffee und Keksen an die Neuen weiter (hier können auch Einträge in den Erfahrungsnachweis gesammelt werden).

Braucht man Segelscheine?

Trainees, Deckshands und Toppsgasten brauchen keine Führerscheine. Ein "Sportbootführerschein See" ist aber sinnvoll, da er benötigt wird um das Dingi zu fahren. Wir empfehlen der Stammcrew ein professionelles Sicherheitstraining. Kapitän und Steuermann brauchen ein Nautisches Patent oder einen Sportseeschiffer-Schein mit Zusatzeintrag. Einen entsprechenden Führerschein gibt es auch für Maschinisten.

Neben der vereinsinternen Ausbildung arbeiten wir auch mit der GNW (Gemeinschaft nautische Weiterbildung) zusammen. Die GNW bietet praktische Sicherheitslehrgänge, SBF-See und SSS Kurse für Traditionsschiffsleute zu besonders günstigen Konditionen an.

Fragen zum Thema Ausbildung und Führerscheine:

nachwuchs@rennkutter-nobile.de